Hilfsmittelberatertagung im April in Saulgrub

Vom 22. bis 25. April 2026 fand vor der malerischen Bergkulisse der Ammergauer Alpen die Hilfsmittelberatertagung im Aura-Hotel in Saulgrub statt.

Wie jedes Jahr trafen sich dort Berater und Beraterinnen aus der gesamten Bundesrepublik zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch. Für den Beratungsstandort auf der Louis-Braille-Straße nahmen aus Dresden Frau Köhn und Frau Werner teil.

Für die 35 Teilnehmenden stand neben dem Erfahrungsaustausch ein breitgefächertes Weiterbildungsangebot auf dem Programm. In einem Vortrag wurde die zukünftige Entwicklung erörtert, Hörmedien im Daisy-Format weiterhin zu nutzen und abzuspielen. Da die CD aus verschiedenen technischen Gründen nur noch bis spätestens 2030 als Abspielmedium zur Verfügung steht, müssen andere Möglichkeiten genutzt werden, z.B. Apps oder Geräte mit Onlinezugang zu den Bibliotheken.

Die Büchereien der Mediengemeinschaft Medibus bieten dazu auch Weiterbildung für alle Ratsuchenden an. Weiterhin wurden unterschiedliche Möglichkeiten vorgestellt, Smartphones und den Windows-PC im Hinblick auf Kontraste, Schriftgröße etc. zu optimieren, ohne einen Screenreader zu nutzen. So kann bereits auf diese Weise für manche Ratsuchende eine Verbesserung erzielt werden, ohne dass Spezialsoftware vorhanden sein muss.

In einem praktischen Teil wurde demonstriert, dass KI auch in den Bereich Hilfsmittel Einzug hält – ob bei Screenreadern oder Vorlesegeräten. Die Anwendung von Navigationsapps, die in einem Vortrag vorgestellt wurden, konnten in der Umgebung des Aura-Hotels gleich von den Teilnehmenden getestet werden. Wie jedes Jahr erwies sich der Erfahrungsaustausch untereinander als besonders wertvoll.

Katja Köhn (Hilfsmittelberaterin im Landeshilfsmittelzentrum Dresden)

LHZ Newsletter Mai 2026 / SightCity

Der April-Newsletter ist jetzt online verfügbar unter Newsletter des Landeshilfsmittelzentrums (Mai 2026).

Weitere Infos zum Newsletter finden Sie in unserer Infothek.


Zur SightCity 2026 (Kap Europa, Osloer Straße 5, 60327 Frankfurt am Main) finden Sie uns, das Landeshilfsmittelzentrum Dresden, am Stand 4I11 (4. Etage). Wir freuen uns auf Ihren besuch.

Die AURA-Pension Villa Rochsburg und das Beratungsangebot Sehhilfen/Low Vision finden Sie gemeinsam am Stand 1N02 (1. Etage).

Ausschnitt eines Werbebanners für die Hilfsmittelmesse SightCity 2026 mit dem Text 'SightCity Hybride Messe Kap Europa Frankfurt & Online 27.–29. Mai 2026'

Alle Infos zur Messe aud der Webseite des Veranstalters: https://sightcity.net/

Auch blinde Menschen können glücklich sein

Im Rahmen des „care4future“- Projektes begegneten sich am 15.01.2026 drei aufgeschlossene Schülerinnen der Evangelischen Oberschule Lunzenau und zwei Mitarbeiterinnen des BSVS e.V. im Beratungszentrum „lebenswert“. Ziel des Treffens war es, die Schülerinnen zum Thema Blindheit und Sehbehinderung im pflegerischen Kontext zu sensibilisieren.

Gerade mit zunehmendem Alter führen Augenerkrankungen wie der grüne Star oder die altersabhängige Makuladegeneration häufig zu einem bleibenden Sehverlust. Lesen und Schreiben oder auch die Orientierung können dann schwerfallen. Betroffene sind oft auf Unterstützung angewiesen.

Wie sich ein Sehverlust „anfühlt“, wurde durch Simulationsbrillen verdeutlicht. Ebenso konnten unterstützende Hilfsmittel, wie Beleuchtung, vergrößernde Sehhilfen, Vorlesegeräte aber auch alltagspraktische Hilfsmittel, wie Markierungspunkte, eine Eingießhilfe oder sprechende Uhren ausprobiert werden.

Drei Schülerinnen tragen eine Augenbinde und erkünden mit ihrem Tastsinn ein taktiles Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiel.
Fotografie: Cathleen Matthes (Haus Abendsonne Pflege- und Beratungs gGmbH)

Am Ende wurde sogar Mensch-ärgere-dich-nicht gespielt – natürlich mit Augenbinde und in einer barrierefreien Variante, bei der der Würfel als auch die Spielfiguren taktil gestaltet sind.

Als Fazit fasste eine Schülerin zusammen: Auch blinde Menschen können glücklich sein!

Anmerkung: Das „care4future“- Projekt bietet Schülern und Schülerinnen der 8. und 9.Klassenstufen die Möglichkeit, die Vielfältigkeit des Pflegeberufes kennenzulernen. Weitere Informationen auf der Webseite.

Text: Sarah Smitkiewicz (Koordinatorin Blickpunkt Auge Sachsen)